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12.12.2025 09:10

Stadt Elsdorf erhöht Hundesteuer in 2026 massiv


Die Hundehaltung in Elsdorf wird nochmals teurer - die Stadt Elsdorf hat mit Ratsbeschluss vom 25.11.2025 die Hundesteuer ab 2026 massiv erhöht. 

Während die Städte und Kommunen in NRW die Haltung eines Hundes im Durchschnitt mit 84 € pro Jahr besteuern, lag die Stadt Elsdorf mit 102 € schon bisher deutlich darüber. Ab 2026 wird die Hundesteuer in Elsdorf um weitere 18 % auf 120 € pro Jahr steigen und liegt damit dann 43 % über NRW-Durchschnitt.  

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Richtig abkassiert werden die Halter von sogenannten Listenhunden.

Während in NRW viele andere Gemeinden, im Rhein-Erft-Kreis z.B. Bergheim, Kerpen oder Pulheim, Listenhunde genauso wie "normale Hunde" besteuern, langte hier die Stadt Elsdorf schon bisher mit 816 € pro Jahr richtig zu (NRW-Durchschnitt für Listenhunde: 456 €). Dieser hohe Satz wird jetzt nochmals auf 963 € pro Jahr erhöht und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie im NRW-Vergleich. 

Besonders und ohne Anlass abgestraft werden Listenhundebesitzer, deren Hunde den Wesenstest erfolgreich absolviert haben: Bisher wurde Hundehaltern von Listenhunden, denen der Amtstierarzt des Kreisveterinäramtes nach einem erfolgreich bestandenen Wesenstest bescheinigte, keine besondere Gefahr für die Allgemeinheit darzustellen, in Elsdorf lediglich der Standardsteuersatz von 102 € in Rechnung gestellt. 

Diese Regelung, die seit 2011 Bestand hatte, hat die Stadt Elsdorf nun ohne Begründung gestrichen. In der Hauptausschusssitzung am 18.11.2025 erklärten Stadtvertreter, die Expertise des Amtstierarztes und der positiv absolvierte Wesenstest seien nicht aussagekräftig (der amtliche Test und die Vorbereitung in der Regel mit Hilfe einer Hundeschule de facto somit wertlos) und man wolle sich daher bei der Einstufung als "gefährlicher Hund" ab sofort ausschließlich an der Rassenzugehörigkeit gemäß Liste des Landeshundegesetzes NRW (§§ 3,10 LHundG NRW) orientieren. Für Hundehalter von Listenhunden mit positivem Verhaltenstest bedeutet das eine Steuererhöhung um 944 % von 102 € auf 963 € p.a. 

Die Motivation der Stadt Elsdorf für die Hundesteuererhöhung ist offensichtlich: Es geht darum, die Einnahmen zu Lasten der Hundebesitzer (2456 Hunde per 2024) zu erhöhen (Durch die Erhöhung steigen die Hundesteuereinnahmen der Stadt Elsdorf von  258.000 € um 46.000 € auf 304.000 € an). 

Denn auf Nachfrage der AfD-Fraktion im Hauptausschuss und der Ratssitzung wurde nur auf allgemein gestiegene Kosten verwiesen, eine genaue Herleitung der Kostenstruktur bzw. der Kostentreiber für angebliche Kostensteigerungen blieb die Stadt schuldig, insbesondere konnte nicht plausibel erklärt werden, warum der Stadt Elsdorf durch die Hundehaltung (z.B. Gehwegreinigung oder Ordnungsamtseinsätze) höhere Kosten entstehen sollen als anderen Städten und Gemeinden in NRW.  

Die entsprechenden Unterlagen finden sich öffentlich zugänglich auch im Ratsinformationssystem der Stadt Elsdorf.

https://ratsinfo.elsdorf.de/recherche/?terms=Hundesteuer

Die AfD-Fraktion der Stadt Elsdorf hat folgerichtig in der Ratssitzung am 25.11.2025 den Entwurf der Hundesteuersatzung für 2026 einstimmig abgelehnt, wurde aber leider von den Fraktionen der CDU und der SPD überstimmt.

Vier Ratsmitglieder von CDU und Grünen stimmten übrigens mit der AfD gegen die Hundesteuererhöhung.